Monatsarchiv: April 2008

Studierendenvertretungen lehnen neues Studienkollegmodell ab Für Studienkollegs bedeutet Privat vor Staat eine weitereVerschlechterung

Die Studienkollegs werden in NRW abgeschafft. Diese dienten für Studiumsinteressierte aus vielen Ländern als Vorbereitung auf die Feststellungsprüfung, um den Hochschulzugang in Deutschland zu erhalten. Nun werden private Institutionen wie an der FH Aachen gegründet. Hier zeigt sich eine dramatische Verschlechterung für die StudienbewerberInnen.

An der FH Aachen gibt es seit kurzem ein Modell ähnlich des Studienkollegs, Freshman Program genannt. Wer sich dahinter ein frisches Programm erhofft, wird enttäuscht: Schon die Aufnahme wird durch einen Test im Heimatland bestimmt. Das Programm selber sowie die Unterkunft der Studiumsinteressierten werden für 1 Jahr in einer ehemaligen Polizeikaserne in Linnich sein, am Rande der Stadt. Der Unterricht ist überwiegend auf Englisch. Auch nach erfolgreicher Absolvierung und Bezahlung von 15.000 Euro Gebühren für ein Jahr, ist es den Studierenden nur möglich, am Standort Jülich der FH Aachen zu studieren. Andere Hochschulen oder Studiengänge bleiben den Absolventen verwehrt. Übrigens verbleiben 40% des eingenommenen Betrages an der FH Aachen.

Für Studierendenvertretungen und besonders für die ausländischen Studierendenvertretungen stellt dies einen erheblichen Rückschritt dar: „Dieses Modell widerstrebt dem Sinn einer propädeutischen Vorbereitung und der Integration in die Hochschulen und in die Gesellschaft“, so Andreas Weber vom Bundesverband ausländischer Studierender. Studiumsinteressierte aus dem Ausland haben schon eine Hochschulzugangsberechtigung erlangt, allerdings wird diese in Deutschland nicht von allen Ländern anerkannt. In einem weiteren Test erneut eine Hochschulzugangsberechtigung nachzuweisen, ist unsinnig.

Es stellt sich hier die Frage: Wer soll das denn bezahlen? Ausländische Studierende müssen jetzt schon einen Festbetrag von ca. 8.000 Euro aufbringen, um eine Aufenthaltsgenehmigung zu erhalten. Dies gilt auch für das neue „Freshman Program“. Die zusätzlichen 15.000 Euro für das Programm können sich wirklich nur Menschen mit einem sehr guten finanziellen Hintergrund leisten. „Dabei wird von Seiten der Bildungsminister angeführt, dass die Hochschulen die besten Köpfe haben möchten, nicht die reichsten Köpfe,“ sagt Andreas Weber.

In Aachen werden die Menschen nur begrenzt am Leben in Deutschland teilnehmen können. Die alte Polizeikaserne liegt außerhalb der Stadt, und die Busverbindungen dorthin sind vor allem in den Abend- und Nachtstunden schlecht.

Die Studierendenvertretungen können den Schritt zu diesem privaten Modell nicht verstehen: „Wenn das Modell zeigt, was die Landesregierung in NRW will“, so Dirk Bruland vom Landes-ASten-Treffen NRW, „dann werden die NRW-Hochschulen noch unattraktiver für ausländische Studierende. Dies bedeutet einen großen Verlust für die Hochschulen und die geforderte Mobilität im Bologna-Prozess. Die Landesregierung selber sieht diese Modelle als Zusatz zu ihrem nur unzureichendem Konzept, und stiehlt sich somit wieder mal aus der Verantwortung.“

Kölner Studierenden fällt die Decke auf den Kopf, nun rückte die Abrissbirne an

Der AStA der Uni Köln riss heute symbolisch die baufälligen Gebäude der Humanwissenschaftlichen Fakultät der Universität ab!

Seit Mittwoch, 09.04.2008, sind die Hörsäle der Humanwissenschaftlichen Fakultät der Universität wegen herab fallender Lampen gesperrt. Aktuelle Informationen lassen auf umfassende Mängel an den Gebäuden der pädagogischen Abteilung der Universität schließen. „Studierende und Dozierende berichten über Wasserfluten aus den Deckenkonstruktionen,“ sagt der AStA-Vorsitzende Oliver Jesper. Neben defekten Fensterscheiben, Türrahmen, Stühlen und Tischen scheinen die Lampen nur ein weiteres Symptom der maroden Gebäudesubstanz zu sein,“ so Jesper.

Um auf die ernste Situation an der Universität zu Köln aufmerksam zu machen, rückte der AStA mit einem symbolischen Abrisskommando inkl. Bagger an. „Wir mussten die Öffentlichkeit darüber informieren, dass die Gebäude möglicherweise weitere Schäden aufweisen,“ sagt Patrick Schnepper, Bildungspolitikreferent des AStA. „Die Studierenden waren entsetzt über die marode Verfassung ihrer Hörsäle. Sie haben uns das Informationsblatt regelrecht aus den Händen gerissen!“ so Jesper.
„Die Landesregierung muss sofort finanzielle Mittel für eine Sanierung der Gebäude bereitstellen. Man kann von Glück reden, dass niemand in den Gebäuden zu Schaden gekommen ist,“ so Schnepper. Der AStA fordert eine umgehende und umfassende Information für alle Studierenden über die tatsächliche Situation in den betroffenen Gebäuden!

Bildmaterial der Aktion im Anhang der Email. Hochauflösendes Bildmaterial auf Anfrage.

Rückfragen an:
Oliver Jesper
AStA Vorsitzender
0160 – 92 63 84 37

NRW-Bank stützt Zinsen mit Geld aus Studiengebühren

Die NRW-Bank hortet Millionen Euro aus Studiengebühren, um Ausfälle von Krediten abzusichern. Mit Geld aus dem Fonds will die landeseigene Bank demnächst sogar Zinsschwankungen ausgleichen.

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Kölner Studierenden fällt die Decke auf den Kopf

Der AStA der Universität zu Köln reagiert schockiert auf die baulichen Mängel in den Gebäuden der Humanwissenschaftlichen Fakultät.

„Sofortige vorübergehende Sperrung von Hörsälen auf dem Gelände der Humanwissenschaftlichen Fakultät“ so lautet der Betreff der E-Mail, die die Studierenden der Universität zu Köln gestern Abend in ihren Postfächern hatten. In den betroffenen Hörsälen besteht die Gefahr, dass die Deckenlampen sich aus der Verankerung lösen und zu Boden stürzen. Durch den Ausfall fehlen der Universität 12 Hörsäle mit insgesamt knapp 3000 Plätzen.

„Hier stellt sich auf erschreckende Weise die chronische Unterfinanzierung der Hochschulen dar!“ kommentiert Oliver Jesper, 1. Vorsitzender des AStA der Universität zu Köln, den Vorfall. „Die Landesregierung ist in der Pflicht gegenzusteuern und muss sofort finanzielle Mittel für eine Beseitigung der Mängel bereitstellen. Man kann von Glück reden, dass hier niemand zu Schaden gekommen ist.“

Bereits Ende Februar wurden Schäden an der Befestigung einer Deckenleuchte in einem Seminarraum festgestellt. Die eingeleiteten weiteren Untersuchungen brachten die Mängel in den Hörsälen und Fluren an den Tag.

„Der nun entstehende Vorlesungsausfall ist für die Studierenden ein großes Problem“ ergänzt Patrick Schnepper, Bildungspolitikreferent des AStA. „Selbstverständlich geht Sicherheit vor. Die Universitätsleitung muss dafür sorgen, dass den Studierenden kein Nachteil durch die nicht stattfindenden Vorlesungen entsteht.“

Rückfragen an:
Oliver Jesper
AStA-Vorsitzender
0160 92 63 84 37

Studentin wird doppelt abkassiert

Pressemitteilung vom Aktionsbündnis gegen Studiengebühren

Landesregierung fühlt sich nicht zuständig

Nach Ansicht der nordrhein-westfälischen Landesregierung ist die doppelte Zahlung von Studiengebühren rechtmäßig. Die Hochschulen seien nur dazu verpflichtet die Gebühren an die Studierenden zurückzuzahlen, heißt es in einer heute veröffentlichten Antwort auf eine kleine Anfrage der Grünen, wenn die Exmatrikulation vor Vorlesungsbeginn erfolge. Weitergehende Regelungen stünden im Ermessen der Hochschulen, so das zuständige Innovationsministerium.

„Dieser Rechtsansicht des Ministeriums widersprechen wir entschieden“, erklärt André Schnepper, Bundesgeschäftsführer des Aktionsbündnisses gegen Studiengebühren und Student an der Universität Münster. „Es kann nicht sein, dass Studierende, bei denen sich der Studienabschluss oder der Hochschulwechsel aus organisatorischen Gründen, die sie nicht zu verantworten haben, vom Ende eines Semesters auf die ersten Wochen eines neues Semesters verschiebt, Studiengebühren sogar noch doppelt zahlen sollen.“

Eben dieser Fall war bei einer Studierenden an der Ruhr-Universität Bochum eingetreten. Diese hatte im Sommersemester 2007 einen Bachelorstudiengang an der Ruhr-Universität Bochum abgeschlossen und sich in einen Masterstudiengang an der Universität Duisburg-Essen eingeschrieben. Da sie einerseits die Zusage für den Studienplatz in Duisburg erst Ende September erhalten hat und andererseits zu diesem Zeitpunkt immer noch auf die Ausstellung ihres Bachelor-Zeugnisses wartete, musste sie sich nicht nur an der Universität Duisburg- Essen immatrikulieren, sondern auch an der Ruhr-Universität Bochum zurückmelden und entsprechend an beiden Hochschulen Studiengebühren entrichten. An der Ruhr-Universität, so wurde hier von Seiten der Hochschulverwaltung mitgeteilt, sei dies gängige Praxis.

„Dieses Beispiel zeigt einmal mehr, dass das sogenannte Hochschulfinanzierungsgerechtigkeitsgesetz nicht sozial gerecht ist“, so Schnepper weiter. „Des Weiteren wird deutlich, dass die Landesregierung nicht gewillt ist, die Verantwortung für ihr eigenes Gesetz zu übernehmen. Anstatt das Gesetz zurückzunehmen oder grobe Mängel zu beheben, schiebt sie den Hochschulen die Schuld für die unsozialen Auswirkungen in die Schuhe.“

Die Antwort auf die kleine Anfrage ist auf der Seite des Landtags von NRW zu finden. Drucksache 14/6474

Gespräch Wirtschaftsminister Pinkwart und Landes-ASten-Koordination

zu finden unter folgendem Link