Monatsarchiv: Oktober 2009

Stellungnahme zum NRW Stipendienprogramm

Das Landes – Asten – Treffen NRW (LAT-NRW) lehnt das NRW – Stipendienprogramm in seiner jetzigen Form ab. Leistungsorientierte Stipendien gibt es bereits zu Genüge. Stipendien bieten nur „mehr Chancen für die Besten“. Weder wird dem Problem auseinander driftenden Wissens innerhalb der Gesellschaft aufgrund sozialer Benachteiligung begegnet, noch wird die Durchlässigkeit für potentielle Studierende aus diesen bildungsfernen Schichten erhöht. Deshalb fordert das LAT-NRW einen wirklichen Vorteil für alle zu schaffen, indem für alle förderungsberechtigten Studierenden ein vom Elternhaus unabhängiges BAföG eingeführt wird. Durch z.B. Auslandssemester und/oder eine leicht verspätete Abgabe der Bachelor-Arbeit kann es schnell zum Verlust des BAföG-Anspruches kommen, da die in Prüfungsordnungen zeitlich eng gefasste Regelstudienzeit überschritten wurde. Deshalb fordern wir die Verlängerung der Förderungshöchstdauer auf das 1,5 fache der Regelstudienzeit und den Wegfall des Förderungshöchstalters bei Ausbildungsbeginn, hier im Bezug auf die politische Forderung nach einem Lebenslangen Lernen. Ein wesentlicher, ebenfalls zu berücksichtigender Punkt ist die derzeitige Einschränkung, dass nur Bildungsinländern das BAföG gewährt wird. Wir fordern, dass das BAföG allen in Deutschland lebenden Menschen zugängig gemacht werden muss, denn Bildung ist ein Menschenrecht. Der BAföG-Höchstsatz ist immer wieder Zentrum heftiger politischer Debatten, in denen es weniger um die Bedürftigkeit der Menschen geht, als mehr um die Demonstration politischer Macht. Nicht selten wurde in der Vergangenheit die notwendige Anpassung des BAföG-Höchstsatzes Opfer vermeintlicher finanzpolitischer Zwänge. Um zukünftig dieses Thema aus dem politischen Diskurs herauszunehmen und die Höhe des BAföG an die Bedürftigkeit der Studierenden anzupassen, fordert das LAT-NRW, einen jährlichen Inflationsausgleich im Gesetz festzuschreiben. Ferner fordert das LAT-NRW das BAföG grundsätzlich elternunabhängig zu berechnen, denn eine Förderung sollte nur von den wirklichen Lebensverhältnissen der Studierenden abhängen. Auch sollte die willkürliche Altersbeschränkung im Gesetz überdacht und maßgeblich verändert werden.