Dortmund, 02.04.2026 – Das Landes-ASten-Treffen Nordrhein-Westfalen (LAT NRW) zeigt sich besorgt über die bekannt gewordenen Kontakte der Arbeitsgemeinschaft Studierendenwerke NRW (ARGE) zur AfD. Aus Sicht des LAT NRW steht ein solcher politischer Austausch im Widerspruch zu den Grundwerten, auf denen die Arbeit der Studierendenwerke basiert. Für viele Studierende sind die Studierendenwerke ein zentraler Teil ihres Alltags. Sie organisieren Wohnen, Verpflegung und soziale Infrastruktur. Gleichzeitig prägen sie maßgeblich, ob Hochschulen als sichere, offene und solidarische Räume wahrgenommen werden. Gerade für internationale Studierende sowie für Studierende, die von Diskriminierung betroffen sind, ist ein verlässliches und klares Bekenntnis zu diesen Werten von besonderer Bedeutung.
„Studierendenwerke sind historisch von Studierenden für Studierende entstanden. Sie tragen eine besondere Verantwortung für ein Umfeld, in dem sich alle sicher und willkommen fühlen können. Gespräche mit der AfD stehen dazu aus unserer Sicht im klaren Widerspruch“, erklärt Nils Lange, Koordinator des LAT NRW.
Das LAT NRW betont, dass Hochschulen Orte des offenen Diskurses sind. Dieser Diskurs findet jedoch auf Grundlage der freiheitlich-demokratischen Grundordnung statt. Politische Akteure, deren Positionen auf Ausgrenzung und Ungleichwertigkeit abzielen, sind aus Sicht der Studierenden keine geeigneten Partner für einen vertrauensvollen Austausch im Kontext der Studierendenwerke.
Dabei fällt auf, dass sich die Studierendenwerke auf Bundesebene sowie die Hochschulrektorenkonferenz klar von entsprechenden Positionen distanzieren. Umso unverständlicher ist es aus Sicht des LAT, dass in Nordrhein-Westfalen ein anderer Umgang gewählt wurde. Vor diesem Hintergrund begrüßt das LAT die kritischen Positionierungen einzelner Studierendenwerke sowie der Vorsitzenden der Verwaltungsräte ausdrücklich. Diese machen deutlich, dass auch innerhalb der bestehenden Strukturen ein Bewusstsein für die Auswirkungen solcher politischen Kontakte auf die Studierendenschaft vorhanden ist.
Das LAT NRW fordert die sofortige Beendigung jeglicher Gespräche der ARGE mit der AfD sowie vollständige Transparenz darüber, auf welcher Grundlage und mit welchen Zielsetzungen dieser Austausch erfolgt ist. Gleichzeitig betont das LAT die Bedeutung einer starken studentischen Mitbestimmung als Kontrollinstanz gegenüber den Geschäftsführungen der Studierendenwerke.
„Für Studierende geht es hier nicht um abstrakte Politik, sondern um ihren Alltag und ihr Sicherheitsgefühl. Studierendenwerke müssen hier eine klare Haltung zeigen und dürfen keinen Zweifel daran lassen, dass sie auf der Seite aller Studierenden stehen“, so Sarah Jovic, Koordinatorin des LAT NRW, weiter.
Das LAT NRW wird den weiteren Prozess kritisch begleiten und sich weiterhin für eine Hochschullandschaft einsetzen, die von demokratischen Werten, Solidarität und Offenheit geprägt ist.
Koordination des Landes-ASten-Treffens NRW

